Im Reich der Schlangen


Montag, 12.30 Uhr. Endlich geht es los, ich freue mich auf das erste Interview.

Abbildung: Reich der SchlangenElke öffnet mir die Tür. Da wir uns schon von einigen Forums-Treffen persönlich kennen ist alles ganz entspannt und wir freuen uns auf das Wiedersehen. Sie bittet mich im Wohnzimmer Platz zu nehmen und bietet mir etwas zu trinken an.

Schnell bemerke ich die zwei großen Terrarien an der Wand. Ich denke gleich an Schildkröten oder Eidechsen. Als sie mir einen Kaffee bringt, frage ich was da drin ist. Sie sagt: „Schlangen“. Einige von insgesamt 14 Schlangen. In der Küche würden auch noch Terrarien stehen.

Oh oh, meine Alarmglocken gehen an, mein Puls wird schneller und ich merke ein gewisses Unwohlsein. Ok, sage ich mir, keine Gefahr, sind ja alle gut verschlossen.

Vorsicht, freilaufende Schlange!

Dann sagt sie mir, dass die größte Schlange von 1,5m gestern Abend entlaufen ist und hier irgendwo in der Wohnung frei läuft. Ich glaube echt mein Blut gefriert, ich nehme meine Handtasche und mache sie zu. Muss wohl so eine Art Reflex gewesen sein, nur keine von den Schlangen mit nach Haue nehmen. Ich habe Angst, schaue mich überall um und denke nur, zum Glück nichts zu sehen von einer freilaufenden Schlange.

Elke öffnet ein Terrarium und holt eine Schlange heraus, nicht sehr groß, so 40 cm lang. Aber für mich groß genug um mich nicht gerade wohl zu fühlen … „Streichle sie doch mal, sie ist ganz lieb.“ Ok, einfach schnell streicheln und dann legt sie die Schlange wieder weg. Nein, sie ist nicht glitschig wie ich immer dachte und auch wirklich ein sehr schönes Tier. Und doch bin ich froh, als sie  wieder in ihrem Revier ist.

Einen Blutdrucksenker, bitte

Jetzt versuche ich mich endlich auf das Interview zu konzentrieren. Ich stelle meine Fragen oder versuche es. Eigentlich rede ich eher viel, behauptet mein Mann, aber unter den Umständen war ich schon etwas kleinlaut. Elke berichtet mir ihre Erfahrungen und fast vergesse ich das da eine Schlange frei herum läuft. Bis auf einmal etwas aufs Sofa springt. Schock! Erst mal erschrecken und dann schauen, zum Glück nur Elkes Katze. Wir können das Interview fortsetzen.

Danach unterhalten wir uns noch und mein Blutdruck hat sich auch normalisiert. Ich denke mir, wenn die Schlange eine Stunde nicht geschaut hat wer da zu Besuch ist, brauch sie jetzt auch nicht mehr kommen. Elke sagt noch, wenn die Nachbarin schreit, weiß sie wo die Schlange ist, die hätte auch extreme Angst vor ihnen.

Bin dann aber doch schon froh wieder in meinem Auto zu sitzen. Schaue noch einmal in meine Handtasche, alles klar kein blinder Passagier. Etwas stolz bin ich dann schon, immerhin habe ich eine Schlange gestreichelt und unter erschwerten Bedingungen mein erstes Interview geführt.

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Bisher 4 Kommentare.

  1. Heike Hanswillemenke-Schlüter sagt:

    Interessanter Bericht!!!

    Macht neugierig auf mehr!!!!

  2. Klaudia sagt:

    Alos, ICH wäre spätestens nach Bekanntgabe der Flucht selbst geflüchtet, da hätten mich keine 10 Pferde mehr gehalten 🙂 RESPEKT

  3. Sabine sagt:

    Nein an Flucht habe ich nicht gedacht, aber schon gehofft, dass die Schlange mir keinen Besuch abstattet. Ich hatte ein wachsames Auge 😉

    • Elke sagt:

      Leider ist Zora bis heute nicht aufgetaucht und….sie hat viel mehr Angst vor Menschen als wir vor ihnen.
      Aber Sabine hat sich wirklich gut gehalten und auch eine kleine Schlange gestreichelt 🙂

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