Was ist das eigentlich, ein Stoma?


Stellen Sie sich vor Ihr Arzt stellt Ihnen eine Diagnose wie Darmkrebs, Blasenkrebs oder Morbus Crohn und außerdem …

„… wir müssen Sie operieren und wahrscheinlich müssen wir Ihnen auch einen künstlichen Ausgang, ein Stoma anlegen.“

Haben Sie eine Vorstellung davon, was das für Sie bedeutet? Was ist ein künstlicher Darmausgang oder eine künstliche Harnableitung und wie lebt man damit?

Ein Stoma …

… ist eine ca. Ein-Euro-Stück große Öffnung in der Bauchdecke, durch die das Ende des Darms oder der Harnleiter nach außen geführt wird. Dabei steht die Darmschleimhaut idealerweise ein bis zwei Zentimeter von der Bauchdecke ab bzw. sitzt wie eine Erdbeere auf dem Bauch, wie es eine Stomaträgerin einmal beschrieben hat.

Drei Stomaarten werden unterschieden:

  • Colostoma (Ausleitung des Dickdarms)
  • Ileostoma (Ausleitung des Dünndarms)
  • Urostoma (Ausleitung der Harnleiter)

Ein Stoma wird oft auch mit den Begriffen „Seitenausgang“, „Notausgang“ oder mit dem veralteten medizinischen Begriff „Anus Praeter“ bezeichnet.

Die Stomaversorgung

Durch eine Stoma-Operation geht die Kontinenz verloren, also unsere Fähigkeit Stuhl und Urin für eine gewisse Zeit zurückzuhalten und dann willentlich auszuscheiden. Nicht mehr selbst kontrollieren zu können, wann man zum „kleinen“ oder „großen Geschäft“ zur Toilette geht ist ein entscheidender Einschnitt in die Lebensqualität der Betroffenen.

Um diesen Nachteil auszugleichen gibt es spezielle Hilfsmittel, so genannte Stomaversorgungen. Diese bestehen aus einer Haftfläche, die auf den Bauch geklebt wird, das Stoma schaut aus einer Öffnung in der Mitte der Haftfläche heraus. Die Haftfläche ist gleichzeitig ein Hautschutz, um die Haut am Stoma vor Stuhl oder Urin zu schützen.

Auf der Haftfläche sitzt ein Beutel, in dem die Ausscheidungen diskret aufgefangen werden, bis der Inhalt des „Stomabeutels“ in die Toilette entleert wird.

Unterschieden wird in einteilige und zweiteilige Versorgungssysteme. Bei einteiligen Systemen sind Stomabeutel und Haftfläche fest verbunden. Der Beutel samt der Haftfläche werden regelmäßig gewechselt. Bei einem zweiteiligem System bleibt die Haftfläche mehrere Tage auf dem Bauch und nur der drauf angebrachte Stomabeutel wird regelmäßig gewechselt.


Leben mit einem Stoma

Die modernen Hilfsmittel zur Stomaversorgung ermöglichen Stomaträgern eine gute Lebensqualität. Die Stomabeutel halten zuverlässig am Bauch, auch bei körperlich anstrengenden Aktivitäten und selbst beim Schwimmen oder Baden. Außerdem sind sie absolut geruchsdicht.

Es gibt kaum etwas, was ein Stomaträger aufgrund seines Stomas nicht machen könnte. Viele Stomaträger stehen aktiv im Leben, sind berufstätig, gehen Hobbies nach, unternehmen Auslandsreisen und leben in einer erfüllten Partnerschaft.

Unterstützung …

… erhalten Stomaträger bereits nach der Operation in der Klinik, wo ihre erste Stomaversorgung von speziell ausgebildeten Pflegekräften individuell ausgesucht wird. Darüber hinaus lernen sie die Betroffenen in der Selbstversorgung an, damit sie zu Hause selbständig mit dem Stoma umgehen können ohne auf fremde Hilfe angewiesen zu sein.

Nach der Entlassung aus der Klinik erhalten Stomaträger die benötigten Versorgungs-Hilfsmittel in Sanitätshäusern oder bei HomeCare-Versorgern. Dort finden sie auch Ansprechpartner die bei allen Fragen und Problemen zur Stomaversorgung weiter helfen. Die Kosten tragen die gesetzlichen Krankenkassen bis auf eine Zuzahlung von 10 Euro pro Monat.

Auch untereinander helfen sich Stomaträger ganz aktiv. Seit mehr als 40 Jahren unterstützt die Deutsche ILCO e.V. deutschlandweit in Selbsthilfegruppen und mit weiteren Angeboten. Die Selbsthilfe Stoma-Welt e.V. informiert Betroffene und Angehörige im Internet und darüber hinaus über das Leben mit einem Stoma und bietet mit dem Stoma-Forum ein Internetforum zum überregionalen Kontakt und Erfahrungsaustausch untereinander an.

Mehr über das Leben mit einem Stoma …

… erfahren Sie auf www.Stoma-Welt.de, dem Informationsportal für Stomaträger.

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Bisher 6 Kommentare.

  1. Kania sagt:

    Mein Mann bekam die Diagnose Blasenkrebs. Zur Zeit ist er noch im Krankenhaus und ist ein Stomapatient. Ich werde in zwei Tagen eine Einweisung des Wechsels und den Umgang seitens des Krankenhauses erhalten. Trotzdem habe ich Angst davor, daß mir Fehler unterlaufen. Außerdem weiß ich nicht, ob mir das alles so gelingt.

    • Stiefel sagt:

      Alles was man können will, das schafft man und jeder ist lernfähig , also ich will es können. Wir sind starke Frauen und haben keine Angst! Angst lähmt!

      • magy sagt:

        Hab seit Sept- 2015 ein Stoma /Dickdarm. Konnte es anfangs nicht akzeptieren, braucht ein paar Tage. Zuerst machte ich den Beutelwechsel. Nach der Kur bekam ich wegen mehrerer OPs dann eine Pflegerin, von der wurde ich liebevoll unterstütz die ganze Anlage zu wechseln. Habe sehr viel geweint, war seel. total unten, war alles ein wenig zu viel.

        Glaube mir, Du schaffst das, kannst auch immer eine Betreuerin für Stoma anrufen, die helfen Dir die meisten sind wirklich lieb,manche wirken ein wenig kalt, aber wenn sie all das Elend an sich ranlassen was sie so täglich sehen würden sie daran zerbrechen oder selbst krank werden.

        Alles Liebe für Dich und Deinen Mann.

  2. summsebiene sagt:

    auch ich lebe seit 2015 mit einem stoma. mir ist einfach im urlaub der darm geplatzt. lag 4 tage im koma…..irgendwann bin ich wieder aufgewacht. nach einer beidseitigen lungenembolie war ich dann irgendwann zu hause.nun habe ich zuerst allein mit meinem stoma rumgewurstelt, bis es saß. zum glück war sommer. nun kann ich es. im januar wird die op-narbe geöffnet, das stoma zurückverlegt und ein dicker fetter narbenbruch beseitigt—–mut und kopf hoch

  3. Trineline sagt:

    Aufgrund eines Borderline-Tumors werden ich wahrscheinlich Stomaträgerin. Gerne würde ich in meinem Beruf in einem Integrativen Kindergarten weiterführen. Ist das möglich oder eher unrealistisch?

    Danke für Rückmeldungen.

  4. berni sagt:

    Ich bin auch Stoma Träger,mus jetzt mit leben und es geht gut.OP, wahr im April 17 komme sehr gut mit zurecht,laut Ärzte sollte ich nicht zurück legen lassen da es zu kompliziert wäre und ich an Lebensqualität einbüßen würde.Mit Pampers möchte ich auch nicht rumlaufen,kann alles machen Sport TT, Radfahren, Mopedfahren.Bin 69 Jahre alt und hoffe noch auf 25 gute Jahre.Also lebt und genießt euer Leben so gut wie es geht.

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