Stomaträger in Tschechien räumen mit Vorurteilen auf


Noch immer kursieren zu viele falsche Vorstellungen in den Köpfen, das zeigt die Erfahrung der Mitarbeiter der ILCO in Tschechien immer wieder. Hier einige Beispiele der verbreitetsten Vorurteile, die uns auch in Deutschland noch immer begegnen:

  • Wer an Darmkrebs erkrankt bekommt immer ein Stoma.
  • Betroffene würden lieber sterben als mit einem Stoma zu leben.
  • Ich bin zu jung für eine Stomaoperation!
  • Mit einem Stoma bin ich vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen.
  • Über das Stoma kann ich doch mit niemandem reden.
  • Es gibt niemandem der mir helfen kann und mir beisteht.

Der Schauspieler Boris Hybner, Quelle: Wikimedia Commons - By Mat?j Ba?ha (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia CommonsDas man mit einem künstlichen Darmausgang heute sehr gut leben kann und viele Ängste unbegründet sind, das wollen die Mitarbeiter der ILCO in Tschechien auf mehreren Veranstaltungen zeigen. Dabei erhalten sie auch prominente Unterstützung. Der populäre tschechische Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor Boris Hybner, der deutschen Kinofans durch die Filme „Kuschelnester“ und „Die dumme Augustine“ bekannt ist, lebt nach einer Darmkrebserkrankung selbst mit einem Stoma und engagiert sich für die ILCO.

Hybner übernahm im Jahr 2011 die Schirmherrschaft des NGO-Market. Auf der jährlich in Prag stattfindende Veranstaltung treffen sich gemeinnützige Organisationen und stellen sich der Öffentlichkeit vor. Auf der Internetseite zur Veranstaltung schreibt er:

Wie viele andere dachte ich, sowas wir Krebs kann mir niemals passieren. Als die Beschwerden anfingen, beachtete ich sie zuerst nicht weiter. Als ich dann endlich zum Arzt ging bekam ich die gefürchtete Diagnose – Kolorektales Karzinom, eine Stomaoperation war unvermeidbar.

Wie für jeden Stomaträger war die erste Zeit nach der Operation nicht ganz einfach. Ich musste lernen mit der Stomaversorgung umzugehen und mich damit arrangieren, dass mein Körper jetzt anders funktionierte als zuvor. (Boris Hybner, 2011)

Nach überstandener Radio- und Chemotherapie nahm der Schauspieler seine Lehrtätigkeit an der Academy of Performing Arts in Prag wieder auf und auch ein neues Filmangebot stand bald darauf an.

Durch seine Bekanntheit war das öffentliche Interesse groß, Journalisten kamen auf ihn zu und befragten ihn über seine Krebserkrankung und das Leben mit dem Stoma. Dabei begeisterte er sich immer mehr für die Idee, mit seiner Geschichte anderen in ähnlicher Situation zu helfen. So kam es zur Zusammenarbeit mit der ILCO.

Ich möchte anderen zeigen, dass es sich in harten Zeiten lohnt zu kämpfen und nie den Humor verlieren soll. (Boris Hybner, 2011)

Heute reist er quer durchs Land, spricht vor Selbsthilfegruppen und auf Veranstaltungen über seine Erfahrungen, beantwortet Fragen andere Betroffener und räumt durch das eigenen Beispiel ganz nebenbei mit vielen Vorurteilen auf.

Quelle: Patrons of the fair, http://www.forum2000.cz/en/projects/ngomarket/2011/patrons–stories/patrons-of-the-fair/ (abgerufen am 02.08.2012); EOA activities, www.ostomyeurope.org/Events/WOD-2012/WOD.htm (abgerufen am 02.08.2012)

Schlagwörter: ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.