Du bist in einem Land, wo der Patient seine Rechte nicht einforden kann!


Einen Tag Unterschied gibt es zwischen der Türkei und Deutschland. Dort ist der 7.10. und hier ist der 6.10. als „Welt-Stoma-Tag“ im Kalender der Stomaträger eingetragen. Doch dies ist nicht der einzige Unterschied. Neben vielen gemeinsamen Aspekten gibt es genauso viele Unterschiede.

Foto: unsere Autorin MelisaAber erstmal ein kurzer Blick in die Geschichte des Stomas in der Türkei. Am 14.09.2000 wurde der erste Stomatherapie-Verein gegründet und im Jahr 2008 wurden die Standards der Stomaschwestern an die internationalen Standards angepasst.

Doch wie lebt es sich mit einem Stoma in der Türkei, wo unterscheiden wir uns und wo sind wir gleich?

In der Türkei gibt es nach der Zählung einer Medikamentenfirma geschätzte 45.000 Menschen, die Crohn/Colitis haben, unter ihnen auch viele Stomaträger. Jedoch gibt es keine genaueren Statistiken nur über die Stomaträger. Dies hängt mit einem bestimmten Grund zusammen: im Gegensatz zu Deutschland gibt es recht wenig Stomaträger in der Türkei, da die Chirurgen seltener zum Messer greifen, deshalb auch wenig Interesse.

Ein anderes, sehr großes Problem ist, dass viele Ärzte in der Türkei „Privatärzte“ geworden sind, d.h die Patienten müssen umgerechnet 2.000 Euro für eine genauere Untersuchung und Diagnose zahlen, was sich nur die wenigsten leisten können. Ein anderes Problem ist, dass bestimmte Medikamente manchmal nicht in den Apotheken sind, so kommt es vor, dass die Patieneten in sozialen Netzwerken/Foren Medikamente „austauschen“. Eine weiterer Unterschied ist, dass die Ärzte in der Türkei keine Opioide verschreiben.

Doch es gibt nicht nur die Unterschiede, sondern auch Gemeinsamkeiten. Die Medikamente, die verschrieben werden zur Behandlung der Krankheit, sind die selben. Es gibt auch eine Stomaschwester, die einem zur Seite steht. Die Materialien sind gleich und man muss, wenn man ein so genanntes Attest hat, für die Produkte nichts zuzahlen, ist somit befreit.

Ein großer Wunsch in der Türkei ist, dass eine spezielle Klinik für Crohn-/Colitis-/Stomapatienten errichtet wird. Es sind definitiv zu wenig Polikliniken in den Krankenhäusern vorhanden, was die Behandlung erschwert. Es werden keinerlei Statistiken geführt.

Die Patienten wollen kein Spielzeug der Pharmazie sein. Leider ist die Türkei ein Land, wo man als Patient seine Rechte nicht einfordern kann.

Doch ich bin optimistisch und glaube daran, dass es irgendwann auf der ganzen Welt ein einheitliches Gesundheitssystem geben wird, auch wenn wir es vielleicht nicht mehr erleben werden.

Quelle: recherchiert und geschrieben von Melisa (23), Auszubildende

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